Wie können Christen mit Ablehnung umgehen? Was kann ihnen helfen, die brutale Wirkung eines persönlichen Angriffs erst einmal zu entschärfen? Ein Mitarbeiter berichtet:

Seit einigen Wochen wurde mir viel tiefer als sonst bewusst, wie sehr Gott mich liebt. Das wollte ich mir immer vorsagen, auch und besonders dann, wenn mir Menschen Böses wollen, mich kritisieren oder angreifen. Als es einige Tage später zu einer massiven Konfrontation kam, war ich vorbereitet. Mein Gegenüber griff mich im Gespräch sehr stark persönlich an, verließ die sachliche Ebene und schüttete eine Menge Groll über mich aus. Früher wäre ich vermutlich völlig zornig geworden und hätte mich verteidigt. Doch jetzt sagte ich mir im Stillen, während ich den Anschuldigungen zuhörte: „Herr, Du liebst mich trotzdem! Danke, lieber Vater, dass Du mich jetzt liebst!“ Und immer wieder „Du liebst mich, himmlischer Vater!“ – Dadurch nahm das Gespräch zwar keinen positiven Verlauf, die Bosheiten standen nach wie vor im Raum, aber ich konnte den ersten emotionalen Angriff abwehren. Auch noch Stunden nach dem Vorfall konnte ich mir getrost sagen: „Jesus, Du weißt alles, ich freue mich, dass Du mich trotzdem liebst, egal, was andere über mich sagen.“

Wenn wir wissen, dass Gott uns bedingungslos angenommen hat, können wir mit Ablehnung durch Menschen anders umgehen: Sie kann uns nicht „vernichten“; wir müssen nicht „zurückschlagen“; wir können die nötige Distanz gewinnen, um selbst unsachlich vorgetragene Kritik zu überprüfen – und können dem „Feind“ vergeben – wenn auch oft nicht ohne längeren Kampf.

Orientierung 2011-01; 01.02.2011
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